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Projektinformation

Die Arbeiten zu dem Film "Auf den Spuren von Martha Muchow" wurden im Herbst 2012 aufgenommen. Begonnen wurde mit ersten Interviews in Hamburg, es folgten Interviews in Berlin und Hamburg im Frühjahr 2013 und im Sommer 2013 in Frankfurt/Main. Die Etappen sollten helfen, sukzessive zentrale Themenstränge für den Film verfolgen und aufbereiten zu können.

Das erste Interview wurde mit Hannelore Faulstich-Wieland, Mitautorin des 2012 erschienenen Band zu Leben und Werk von Martha Muchow, geführt, um einen umfassenden Überblick über die Biografie und das Wirken von Muchow zu erhalten. Es schloß sich ein Gespräch mit Gertrud Beck-Schlegel, Gründerin und erste Vorsitzende der Martha-Muchow-Stiftung, an, in dem diese Themen weiter vertieft wurden. Rudolf Miller, u.a. Herausgeber der "Illustrieten Geschichte der Psychologie" ordnete den Stellenwert Muchows für die Psychologie ein. Die Bedeutung von Muchow für die "Neue Kindheitsforschung" war Themenschwerpunkt des Interviews mit Beatrice Hungerland, zu dem Zeitpunkt war sie im Vorstand der DGS-Sektion "Kindheitssoziologie". Mauri Fries, die ihre Dissertation über Martha Muchow schrieb, wurde insbesondere zu der Relevanz Muchows in der Frühpädagogik befragt. In den Interviews mit Rainer Nicolaysen und Eckart Krause von der Hamburger "Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte" standen die Geschichte des Psychologischen Instituts vor/während und nach dem Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Abgeschlossen wurden die Befragungen durch Gespräche mit Kristin Westpahl, die zu dem lebensweltlichen Forschungsansatz arbeitet, Gerold Scholz aus dem Vorstand der Martha Muchow-Stiftung und Imbke Behnken, Mitherausgeberin der deutschen Ausgabe von "Der Lebensraum des Großstadtkindes" und die als Partnerin und Mitarbeiterin von Jürgen Zinnecker sich insbesondere zur Wiederentdeckung der Studie in den 1970er Jahren und zur damaligen Kindheitsforschung äußerte.

Ab Frühjahr 2013 wurden von allen Interviews Transkripte für die Auswertung und dem Filmschnitt erstellt. Im Herbst 2013 wurden vor allem Außenaufnahmen mit den Interviewten in Hamburg gedreht; Aufnahmen mit Sprecher/Schauspielerinnen (Simone Fulir, Tammy Girke, Maik Rogge) fanden im Frühjahr 2014 in Stendal und Hamburg statt. Zusätzliche Außenaufnahmen und Recherche von Dokumenten/Bildmaterial wurden laufend geleistet.

Parallel zu den Forschungs-Recherche-Etappen gestaltete sich die Finanzierung: Die Initialförderung erfolgte durch die Martha-Muchow-Stiftung im Januar 2013, im Frühjahr 2013 stellte die Hamburgische Wissenschaftlichen Stiftung sowie im Sommer 2013 die Sparda Bank Hamburg e.G. und das Kompetenzzentrum Frühe Bildung der Hochschule Magdeburg-Stendal Mittel zu Verfügung.

Der Film hatte am 17. Oktober 2014 Premiere im Abaton-Kino, Hamburg. Das Kino liegt nur 50 Meter entfernt von dem ehemaligen Psychologischen Institut (dem sog. "Pferdestall"), in dem Martha Muchow ab 1929 bis zu ihrem Tod 1933 arbeitete. Im Abaton-Kino wurde der Film zudem noch in zwei Matineen gezeigt. Es folgten 2014 und 2015 Kinoaufführungen in Magdeburg, Frankfurt/M., Aalborg/DK, Salzburg/A und Köln sowie Kongresspräsentationen auf den Tagungen der "AG Historische Sozialpädagogik/Soziale Arbeit" (3/2015), einem Symposium in Koblenz (5/2016), einer Veranstaltung im Iwalewahaus Bayreuth (6/2015), der gemeinsamen Tagung der "Gesellschaft für Kulturpsychololgie" und "Fachgruppe Geschichte der Psychologie" (9/2015), der Konferenz der "Sektion Kindheitssoziologie" (9/2015) sowie der Tagung der DGfE-Sektion "Pädagogische Anthropologie" (10/2015).

Das Filmprojekt ist eingebettet in einem Forschungszusammenhang, der sich der Studie von Martha Muchow widmete. Dazu wurde Anfang 2012 die Fachtagung "'Der Lebensraum des Großstadtkindes' von Martha Muchow: Kindheitsforschung von Gestern zu Heute" konzipiert, die dann mit Förderung der Thyssen-Stiftung unter Beteiligung führender Kindheitsforschenden im Oktober 2012 an der Hochschule Magdeburg-Stendal ausgerichtet wurde. Die Beiträge dieser Tagung ergänzt um weiter eingeladene Texte sowie die englische Übersetzung der Studie "Der Lebensraum des Großstadtkindes" bilden den Korpus für den Band "The Life Space of the Urban Child. Perspectives on Martha Muchow's Classic Study", der 2015 im Verlag Transaction Publishers erschienen ist.

Siehe auch das Interview "Nach 80 Jahren 'auf den Spuren von Martha Muchow" [PDF]