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<title>Postpartale Depressionen &#150; Komparation</title>
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<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit"><a href="http://www.qualitative-forschung.de/publishing/modelle/index.php" target="_blank">qualitative-research.net</a></p></td></tr>
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<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="index.htm">Home</a></b></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="pd-definition.htm">Definition</a></b></p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="pd-buch.htm">Zum Buch</a></b></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<A HREF="pd-k1.htm">Inhalt</A></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k3.htm">Methode</a></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k42.htm">Komparation</a></p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k421.htm">Thematische</a><br> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k421.htm">Gruppe</a></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k422.htm">Kontrollgruppe</a></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-k423.htm">Vergleiche</a></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="abbco">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ergebnisse</p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<A HREF="pd-lit.htm">Literatur</A></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="pd-anh.htm">Anhang</a></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="pd-links.htm">Links</a></b></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="pd-news.htm">News</a></b></p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit"><b><a href="pd-autor.htm">Zur Autorin</a></b></p></td></tr>

<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>
<tr><td width="100%"><p class="zit">&nbsp;</p></td></tr>
</table></td>

<td valign="top">
<p class="fqscoanf">Postpartale Depressionen</p>
<p class="fqsco">Zusammenfassung der Ergebnisse</p>

<table summary="text" border="0" cellpadding="5" cellspacing="0" width="90%">
<tr>
<td width="100%">
   
<p class="lit">Im folgenden werden die anhand der Einzelfalldarstellungen und des Komparationteils der Arbeit geschilderten Ergebnisse unter Ber&uuml;cksichtigung der im Methodenteil genannten Vorannahmen zusammengefasst.</p>
<p class="lit">Mit Hilfe der detaillierten Verlaufsbeschreibungen konnte die <B>Schwangerschaft</B> sowohl f&uuml;r postpartal depressive als auch f&uuml;r nicht depressive M&uuml;tter als eine <B>Vorbereitungszeit </B>auf die Mutterschaft beschrieben werden, die zum Teil<B> mit tiefen &Auml;ngsten, </B>zumindest aber<B> mit Verunsicherung einhergeht.</B> Besonders eindrucksvoll schilderte Anna, eine Frau aus der <U>Kontrollgruppe,</U> ihre gro&szlig;en &Auml;ngste, die sie mit Hilfe ihres Partners &uuml;berwinden konnte. Es findet sich<B> kein Anhalt f&uuml;r Unterschiede </B>zwischen den Gruppen<B> bez&uuml;glich des Ausma&szlig;es der w&auml;hrend der Schwangerschaft erlebten &Auml;ngste</B>, es zeigt sich jedoch ein<B> unterschiedlicher Umgang mit diesen Gef&uuml;hlen</B>: Frauen aus der <U>thematischen Gruppe</U> haben sich entweder nicht mitgeteilt (Inga) oder &Auml;ngste bagatellisiert bzw. verleugnet (Karin).</P>
<p class="lit">Dem<B> Geburtserlebnis</B> kommt offensichtlich eine gro&szlig;e Bedeutung zu: Teilnehmerinnen der <U>Kontrollgruppe</U> bewerteten die Entbindung<B> durchweg positiv</B>, wenn auch als sehr anstrengend und schmerzhaft. Von den<U> postpartal depressiven Frauen</U> schildert insbesondere Karin ihr <B>Geburtserlebnis </B>als <B>traumatisch</B>, wobei sich die Vorannahme, dass sich das <I>Erleben nicht allein durch die Geburtsform bestimmen l&auml;sst</I>, bei ihr best&auml;tigt: Karin erlebte eine spontane, ambulante Geburt, die sie jedoch durch Gef&uuml;hle der Einsamkeit, der Angst, der Hilflosigkeit und der Verlorenheit als tiefe Ersch&uuml;tterung erfahren hat. Auch die beiden anderen Frauen aus der <U>thematischen Gruppe</U> bewerten ihr <B>Geburtserlebnis negativ</B>: das Versagen der PDA, an die sie sich, m&ouml;glicherweise auf dem Hintergrund mangelnden Selbstvertrauens, wohl allzu sehr geklammert hatten, aber auch Unzufriedenheit mit der Betreuung und ein komplizierter Geburtsverlauf, spielen dabei eine wichtige Rolle. Dar&uuml;ber hinaus gehen sowohl Inga als auch Swantje aus ihrem Bericht als Frauen mit einem beachtlichen Kontrollbed&uuml;rfnis bzw. mit einer gro&szlig;en Angst vor Kontrollverlust hervor, was bei einer Geburt als einem wenig kontrollierbaren Ereignis zu gro&szlig;en &Auml;ngsten f&uuml;hren muss.    </P>
<p class="lit">Die Vorannahme, dass<B> Erwartungen an das Leben mit einem Kind</B> von gro&szlig;er Bedeutung f&uuml;r die<B> Anpassung an dieses neue Leben sind,</B> kann als best&auml;tigt angesehen werden. Insbesondere <U>postpartal depressive Frauen</U> berichten von <B>unrealistischen Erwartungen</B>, wie etwa Inga, die vermutet hatte, dass sich nach der Geburt nichts weiter im Leben &auml;ndern w&uuml;rde, sondern nur etwas Neues, Sch&ouml;nes im Leben hinzukomme, oder Karin, die gehofft hatte, dass nach der Geburt alles besser werde, oder auch Swantje, die der Warnung ihrer Geburtsvorbereiterin, dass nach der Geburt f&uuml;r die Eltern der &quot;Berg&quot; erst erscheine, offensichtlich keinen Glauben geschenkt hat. Um so gr&ouml;&szlig;er ist die Entt&auml;uschung nach der Geburt und das Entsetzen dar&uuml;ber, dass Wunschvorstellungen nicht oder nicht in der erhofften Form erf&uuml;llt werden. Auch Anna <U>(Kontrollgruppe</U>) beschreibt sich als eher ahnungslose Schwangere, kann dar&uuml;ber jedoch r&uuml;ckblickend lachen; allen ungeahnten Belastungen, wie einem anhaltend durchdringend schreienden Baby, zum Trotz erlebt sie die Mutterschaft als positiv. </P>
<p class="lit"><B>Anzeichen auf Ver&auml;nderungen innerhalb der Partnerschaft </B>k&ouml;nnen ebenfalls gefunden werden. Zun&auml;chst zu den Ver&auml;nderungen in der <U>Kontrollgruppe:</U> in Claudias Bericht wird deutlich, dass sie ihren Partner zur Zeit &uuml;berwiegend in seiner Vaterrolle wahrnimmt, Anna vermisst die &quot;traute Zweisamkeit&quot; und auch Marie-Luise erw&auml;hnt eine Ver&auml;nderung: nachdem vor der Schwangerschaft beide Partner sehr aufeinander fixiert gewesen seien, drehe sich nun alles um ihr Kind. Die Ver&auml;nderungen innerhalb der Partnerschaften der Frauen aus der <U>thematischen Gruppe</U> werden anders beschrieben: So weist Swantje darauf hin, dass vor der Schwangerschaft bestehende Konflikte in einer Paarbeziehung postpartaler noch ausgepr&auml;gter zum Vorschein kommen, Karin entdeckt im Zusammenhang mit der postpartalen Depression das Ausma&szlig; von Wesensunterschieden zwischen sich und ihrem Freund, die sie aktuell als Trennungsgrund erlebe. Inga &auml;u&szlig;ert sich als einzige Frau aus der <U>thematischen Gruppe</U> positiv &uuml;ber ihre Ehe; ihr Partner zeige gro&szlig;es Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Depression, er wird als unterst&uuml;tzend beschrieben.</P>
<p class="lit">Die <B>Beziehung zur Mutter</B> hat sich<B> nicht bei allen Frauen ver&auml;ndert, </B>so berichten weder Claudia (<U>Kontrollgruppe)</U> noch Swantje (<U>thematische Gruppe</U>) von einem Wandel. Marie-Luise und Anna <U>(beide Kontrollgruppe</U>) berichten von einer durch die eigene Mutterschaft gestiegenen Achtung vor den Leistungen ihrer M&uuml;tter; sie beschreiben ihre Erfahrungen darum als f&ouml;rderlich f&uuml;r die Mutter-Tochter-Beziehung. </P>
<p class="lit">Wichtiger als der Ver&auml;nderungsaspekt innerhalb der Mutter-Tochter-Beziehung ist die <B>Art der Beziehungen:</B> bei Frauen aus der <U>Kontrollgruppe</U> finden sich unproblematisch und problematisch beschriebene Beziehungen, wobei bei letzteren der Eindruck entsteht, dass Probleme aufgearbeitet wurden, so dass nicht der Eindruck andauernder Konflikthaftigkeit oder Ambivalenz entstand. Dar&uuml;ber hinaus gehen die Frauen aus ihren Berichten als von den M&uuml;ttern abgel&ouml;st hervor, wof&uuml;r z.B. spricht, dass der Partner wichtiger ist, als die Mutter. Anders stellen die Frauen aus der <U>thematischen Gruppe</U> ihre Beziehung zur Mutter dar: Swantjes Schilderung zeugt von gro&szlig;er Ambivalenz<B>.</B> Ver&auml;rgert spricht sie &uuml;ber das Problem der fr&uuml;hen Fremdbetreuung; es sieht nicht so aus, als habe sie diese Erfahrung bew&auml;ltigt, die als Hinweis auf eine m&ouml;glicherweise nicht sichere Bindung anzusehen ist. Es entsteht ein inkoh&auml;rentes Bild der Mutter-Tochter-Beziehung, die einen konfliktbeladenen Eindruck macht. Auch Ingas Schilderungen sprechen f&uuml;r andauernde und ungel&ouml;ste Konflikte in der Beziehung zu ihrer Mutter, sie bezeichnet sich selbst als noch nicht &quot;abgenabelt&quot;, sie versuche jedoch zur Zeit, ihrer als besitzergreifend erlebten Mutter Grenzen zu setzen. Anzeichen von Ambivalenz sind in der widerspr&uuml;chlichen Beschreibung ihrer Mutter zu erkennen; sie schildert ihre Mutter zun&auml;chst uneingeschr&auml;nkt als ihr Vorbild, um sp&auml;ter zu betonen, dass sie selbst als Mutter vieles anders machen will. Sie wolle eine Mutter sein, die ihr Kind loslassen kann; es sei problematisch f&uuml;r sie, sich als wichtigster Lebensinhalt der Mutter zu erleben und sich ihr dementsprechend verpflichtet zu f&uuml;hlen. Karins Beziehung zu ihrer selbst jahrelang depressiven Mutter wird von ihr positiv bewertet. Sie k&ouml;nne sich &uuml;ber wichtige Themen mit ihr austauschen, durch die gemeinsame Krankheitserfahrung habe die Beziehung intensiviert, so k&ouml;nne sie das fr&uuml;here Verhalten ihrer Mutter (wie z.B. h&auml;ufiges, scheinbar grundloses Weinen) nun besser verstehen. Ihre Probleme mit diesem Verhalten &auml;u&szlig;ert sie sehr vorsichtig, als wolle sie ihre Mutter sch&uuml;tzen. Sie spricht von Hilflosigkeit, von Schuldgef&uuml;hlen und gro&szlig;er Angst, etwas falsch zu machen. Von diesen Erfahrungen berichtet sie ohne Wut oder &Auml;rger. Es sieht nicht so aus, als habe sie diese Probleme aufgearbeitet.</P>
<p class="lit">Die von <U>depressiven</U> und <U>nicht depressiven Frauen</U><B> unterschiedlich beschriebenen Mutter-Tochter-Beziehungen</B> k&ouml;nnen somit als wichtiges Untersuchungsergebnis festgehalten werden.</P>
<p class="lit">Beim Vergleich der<B><I> Unterst&uuml;tzungsm&ouml;glichkeiten</I> </B>kann <B>nicht generell </B>von einem<B> Unterschied</B> zwischen der <U>thematischen</U> und der <U>Kontrollgruppe</U> gesprochen werden, etwa dahingehend, da&szlig; depressiven Frauen weniger Hilfe entgegengebracht wird. Sowohl Karin als auch Inga erleben sehr umfangreiche famili&auml;re Unterst&uuml;tzung, die als Reaktion auf die Depression angesehen werden kann. Anders sieht es mit der<B> emotionalen Unterst&uuml;tzung durch den Partner</B> aus; hier kommt in Karins und Swantjes (beide <U>thematische Gruppe</U>) Bericht ein intensiv <B>erlebter Mangel</B> zum Ausdruck. Fast alle Frauen geben an, Hilfe nur ungern anzunehmen, so dass hier kein Gruppenunterschied festzustellen ist.</P>
<p class="lit"><B>Ihr Erleben des Babys</B> als wichtiger Einflussfaktor f&uuml;r die Befindlichkeit der Frau wurde besonders von Anna <U>(Kontrollgruppe</U>) thematisiert, deren Kind w&auml;hrend der ersten drei Monate als sogenanntes &quot;Schreikind&quot; bezeichnet werden kann, was bedeutet, dass es t&auml;glich mehrere Stunden geweint hat. Keine der <U>postpartal depressiven Frauen</U> schildern ein vergleichbares kindliches Verhalten.</P>
<p class="lit">Die Vorannahme, dass <B>durch die Mutterschaft eigene Kindheitserfahrungen wiederbelebt</B> werden, trifft besonders f&uuml;r Swantje (<U>thematische Gruppe)</U> zu, die sich nun vorstellen k&ouml;nne, was die fr&uuml;he Fremdbetreuung f&uuml;r sie bedeutet habe. Inga (<U>thematische Gruppe)</U> denkt anl&auml;sslich der Ver&auml;nderungen in ihrem Leben dar&uuml;ber nach, Kontakt zu ihrem leiblichen Vater, an den sie sich nicht mehr erinnern kann, aufzunehmen. Claudia <U>(Kontrollgruppe</U>) erinnert sich an die Zweiteilung ihrer Familie, wobei ihre Mutter und ihre &auml;ltere Schwester eine Partei waren, und sie und ihr Vater die andere, und an ihr Leiden unter der Bevorzugung der Schwester durch die Mutter. Durch die beschriebene Intensivierung der Mutter-Tochter-Beziehung in Zusammenhang mit der Krebserkrankung der Mutter entsteht der Eindruck einer verarbeiteten Erfahrung.    </P>
<p class="lit">Abschlie&szlig;end werden im folgenden die im Rahmen der Beantwortung der Vorannahmen noch nicht genannten, wichtigsten Merkmale der <U>thematischen Gruppe</U> zusammengefasst: bei postpartal depressiven Frauen fanden sich vermehrt Hinweise auf <B>unverarbeitete biographische Belastungsfaktoren</B>, die die n&auml;chsten Beziehungen (Mutter, Vater) betreffen. Dabei sind eine m&ouml;gliche <I>Bindungsproblematik</I> (Swantje) und die Beziehung zu einer <I>jahrelang depressiven Mutter</I> (Karin) im Sinne einer transgenerationalen Betrachtungsweise besonders bemerkenswert; ohne die Verarbeitung dieser Belastungen ist die Gefahr der Wiederholung von Beziehungsmustern mit dem eigenen Kind gegeben. </P>
<p class="lit">Weiterhin ist das <B>Selbstwertgef&uuml;hl</B> als relevantes Merkmal anzusehen, das aus den Berichten der depressiven Frauen als <B>vergleichsweise geringer</B> hervorgeht. Als wichtige Pers&ouml;nlichkeitsmerkmale werden ein <B>Hang zum Gr&uuml;beln</B>, ein <B>sehr ausgepr&auml;gte Kontrollbed&uuml;rfnis</B> bei gleichzeitig <B>eher externer Kontroll&uuml;berzeugung, &Auml;ngstlichkeit</B> und ein <B>gro&szlig;es Sicherheitsbed&uuml;rfnis</B> deutlich. Karin und Inga k&ouml;nnen als <B>aggressionsgehemmt </B>bezeichnet werden. Weiterhin zeigen beide eine <B>Neigung zur Selbst&uuml;berforderung</B>. Im Umgang mit Beziehungen fallen <B>R&uuml;ckzugstendenzen</B> ins Auge, wobei die Begr&uuml;ndungen daf&uuml;r unterschiedlich zu sein scheinen: w&auml;hrend Swantje eine misstrauische und z.T. verbitterte Haltung ihren Mitmenschen gegen&uuml;ber zum Ausdruck bringt, beschreibt Karin die Angst vor Zur&uuml;ckweisung, die sie jedoch zu &uuml;berwinden versucht, und Inga betont vor allem ihren Wunsch, niemandem zur Last zu fallen oder wehzutun. Bei Inga und Karin sind im Umgang mit Beziehungen Ver&auml;nderungen zu entdecken. </P>
<p class="lit">Hinsichtlich der Bew&auml;ltigungsstrategien f&auml;llt ein &Uuml;berwiegen sogenannter <B>&quot;emotional-fokussierter Copingstrategien&quot; bei den depressiven Frauen</B> auf, wobei eine Hinwendung zu &quot;problem-fokussierten Copingstrategien&quot; bei Karin und Inga deutlich wird.  </P>
<p class="lit">Bei dem Vergleich der <B>Metaphern,</B> die zur Verdeutlichung der eigenen Befindlichkeit gebraucht werden, kommen <B>qualitative Erlebensunterschiede</B> zwischen der<U> thematischen</U> und der <U>Kontrollgruppe</U> zum Vorschein: keine der nicht depressiven Frauen thematisiert Gef&uuml;hle der Leblosigkeit und der Trauer, der Haltlosigkeit, der Verlorenheit und der Angst in vergleichbarer Weise (bzw. &uuml;berhaupt).</P>
<p class="lit">Die <B>Lebenszufriedenheit vor der Schwangerschaft</B> wird von den Frauen aus der <U>Kontrollgruppe</U> als vergleichsweise<B> deutlich gr&ouml;&szlig;er </B>beschrieben.</P>
<p class="lit">Die<B> Mutter-Kind-Beziehung </B>wird von den Frauen aus der <U>thematischen Gruppe</U> als eher <B>kompliziert </B>beschrieben, wobei Probleme bei der Deutung kindlicher Signale, fehlende Gef&uuml;hle, Gef&uuml;hle der Konkurrenz, Verlust&auml;ngste, bewusste und unbewusste Schuldzuweisungen (bzgl. der Depression) an das Kind sowie Schuldgef&uuml;hle angesichts der Bef&uuml;rchtung, die Depression k&ouml;nne ihm schaden, eine gro&szlig;e Angst vor der eigenen Verantwortung und die Abh&auml;ngigkeit des Kindes als &uuml;berw&auml;ltigende Last zur Sprache kommen. In der Interaktion habe ich zwei der M&uuml;tter als feinf&uuml;hlig erlebt, eine jedoch als wenig feinf&uuml;hlig und z.T. als abweisend (wiederholtes Wegschieben des H&auml;ndchens von der stillenden Brust) empfunden. Zusammenfassend kann man sagen, dass die dauerhafte N&auml;he des Kindes von dieser Gruppe in st&auml;rkerem Ma&szlig;e problematisiert wurde. Eine der M&uuml;tter kann sich inzwischen sehr viel mehr an ihrem Kind freuen, da die Deutung der Signale inzwischen als leichter erlebt wird, was durch die wachsenden Ausdrucksm&ouml;glichkeiten des Kindes beg&uuml;nstigt wird. Die Frauen aus der <U>Kontrollgruppe</U> stellten ihre Beziehungen zum Kind insgesamt als <B>unkomplizierter </B>dar und berichten &uuml;ber <B>mehr Freude an der intensiven Bindung.</B></P>
<p class="lit">Sowohl in der <U>thematischen</U> als auch in der<U> Kontrollgruppe</U> finden sich Beispiele f&uuml;r eine <B>interne Attribution von Misserfolg</B>: hier kann kein Gruppenunterschied festgestellt werden. Die Verunsicherung in der neuen Rolle als Mutter, die sowohl depressive als auch nicht depressive Frauen betrifft, kann als Ursache daf&uuml;r angenommen werden.  </P>
<p class="lit">Abschlie&szlig;end werden im folgenden &Uuml;berlegungen angef&uuml;hrt, warum die Frauen aus der <U>Kontrollgruppe</U> postpartal nicht depressiv geworden sind. Aus den genannten Befunden lassen sich verschiedene, m&ouml;glicherweise<B> protektive Faktoren</B> ableiten:</P>
<OL>
<li class="lit"><p class="lit">eine weitgehende Verarbeitung biographisch belastender Ereignisse</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine Beziehung zur eigenen Mutter, die entweder als unproblematisch bezeichnet werden kann (z.B. Marie-Luise), oder innerhalb der problematische Aspekte verarbeitet wurden (z.B. Claudia)</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">das Fehlen von Depressionen in der Familienanamnese</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">ein stabiles Selbstwertgef&uuml;hl</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine Abwesenheit von Aggressionshemmungen, &Auml;ngstlichkeit und R&uuml;ckzugstendenzen</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine interne Kontroll&uuml;berzeugung</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">ein &Uuml;berwiegen von &quot;problem-fokussierten Copingstrategien&quot;</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">ein hohe Lebenszufriedenheit <I>vor der Schwangerschaft</i></P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine positiv bewertete, als emotional unterst&uuml;tzend erlebte Partnerschaft</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine Auseinandersetzung mit den zuk&uuml;nftigen famili&auml;ren Ver&auml;nderungen </P></li>
<li class="lit"><p class="lit">ein offener Umgang mit &Auml;ngsten (Auseinandersetzung, Mitteilen)</P></li>
<li class="lit"><p class="lit">eine gute Wahrnehmung der eigenen Bed&uuml;rfnisse und Grenzen </P></li>
<li class="lit"><p class="lit">ein positiv bewertetes Geburtserlebnis.</P>
</OL>
<p class="lit"> Verst&auml;ndnis postpartaler Depressionen er&ouml;ffnen, ohne dass deren Auftreten auch nur ann&auml;hernd vollst&auml;ndig erkl&auml;rt werden kann. Kommunikativ gewonnene Daten sind nicht in sich abgeschlossen, somit d&uuml;rfen auch die Ergebnisse nicht als geschlossenes Erkl&auml;rungsmodell verstanden werden. </P>
<p class="lit">Die Implikationen der genannten Ergebnisse f&uuml;r die geburtshilflichen, psychiatrische und psychotherapeutische Praxis werden im Diskussionsteil meines Buches ausf&uuml;hrlich dargelegt.  </P>
<p>&nbsp;</p>

</td></tr></table>
</table>

<table summary="text" border="0" cellpadding="5" cellspacing="0" width="90%">
<tr>
<td valign="top" align="center" colspan="2" bgcolor="#CCCCCC">
<p class="zit">© 2003 <a href="http://www.qualitative-forschung.de/publikationen/postpartale-depressionen/index.htm">http://www.qualitative-forschung.de/publikationen/postpartale-depressionen/</a>, Status: 28. August 2003</p></td><td valign="top" align="center"></td>
</tr>

</table>
</div>
</center>
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